Der Sprung ins kalte Wasser oder alle in einem Boot?

Wie eine gute Azubi Onboarding-Strategie aussieht

#gekommenumzubleiben

Nachhaltiges Onboarding für Azubis, wird in den nächsten Jahren maßgeblich dafür sein, ob sich Auszubildende für ein Unternehmen entscheiden oder nicht. Wenn man sich vor Augen führt, dass in Deutschland aktuell rund jeder 4. Ausbildungsvertrag vorzeitig aufgelöst wird, ist offensichtlich, dass die Entwicklung einer passenden Onboarding-Strategie unumgänglich ist.

Über 400 Ausbildungsberufen stehen immer weniger Ausbildungswillige gegenüber, weshalb Unternehmen mit allerlei zusätzlichen Vergünstigungen und Einsteigerpaketen locken. Damit Kosten und Nutzen nicht aus dem Ruder laufen, wünscht sich jeder Ausbildungsbetrieb, dass die gewonnenen Azubis längerfristig im Unternehmen bleiben. Dazu trägt ein gelungener Onboarding-Prozess bei, der die jungen Menschen beim schwierigen Wechsel von der Schulbank ins Berufsleben unterstützt.

Gerade zu Beginn, wenn sich Azubi und Ausbilder noch kaum kennen, ist die Gefahr für Missverständnisse besonders groß. Erste Konfliktanzeichen werden leicht übersehen und damit auch nicht angesprochen und vor allem nicht aufgelöst. Wenn dann die Lage eskaliert gibt es auf beiden Seiten Verlierer – einen Azubi ohne Lehrstelle und ein Unternehmen, das mit seiner Suche wieder von vorne beginnen muss.

Ein durchdachter Onboarding-Prozess schafft die Basis für einen guten Start im Unternehmen. Er erhöht die Motivation und sorgt dafür, dass sich die Neuen ab dem ersten Arbeitstag im Unternehmen wohl und willkommen fühlen.

Die Onboarding-Strategie umfasst dabei viel mehr als nur die Planung für den ersten Ausbildungstag: Sie greift schon ab dem allerersten Kontakt eines potenziellen Azubis mit dem Unternehmen und endet erst dann, wenn der Azubi erfolgreich eingearbeitet und wirklich im Unternehmen „angekommen” ist.

Zwischen Vertragsabschluss und dem ersten Arbeitstag liegen häufig Wochen oder sogar Monate. Je länger dieser Zeitraum ist, umso wichtiger wird es, immer wieder den Kontakt zum Azubi herzustellen und ihn schon vorab mit dem Unternehmen, dessen Kultur und idealerweise auch mit dem Team bekannt zu machen. Um den Einstieg zu erleichtern, informieren Sie neue Azubis am besten schon frühzeitig über die geschriebenen und ungeschriebenen Regeln im Unternehmen: Wie sprechen sich die Kollegen gegenseitig an, wann geht man zum Mittagessen, wen informiert man bei Krankheit, etc.

Für einen positiven ersten Eindruck achten Sie darauf, dass zum Ausbildungsbeginn alles bestens vorbereitet ist. Dazu gehört, neben einem vollständig eingerichteten Arbeitsplatz, dass alle Mitarbeiter über das Erscheinen und die Namen neuer Azubis informiert sind. Ein gemeinsames Frühstück zum Ausbildungsstart, ein Rundgang durchs Unternehmen – so fühlen sich die Neuen richtig willkommen.

Idealerweise geben Sie Azubis einen Mentor an die Hand, der sie in den ersten Wochen begleitet und unterstützt.

Interaktive Mitarbeiterforen, das Intranet oder der Chat im Teams erleichtern den Auszubildenden den Einstieg und ermöglichen ihnen, sich zu präsentieren, Fragen zu stellen und sich mitzuteilen. Neue Mitarbeiter werden so leichter integriert und schließen schneller wichtige Kontakte.

Soziale Integration bewusst fördern, Unternehmenskultur erlebbar machen und das Teamwork stärken gelingt am besten mit einem gemeinsamen Teamtag. Geschickt geplante Herausforderungen und Interaktionen führen die Azubis an Ihre neuen Aufgaben heran und stellen gleichzeitig den Bezug zum Unternehmen her. Erste Kontakte werden geknüpft und helfen bei der Einbindung von Auszubildenden ins Team. So haben wir auf beiden Seiten Gewinner, weil sowohl das Unternehmen als auch der Azubi profitieren.

Ein abschließender, wichtiger Punkt sind die Themen Kommunikation und Feedback, die sich übrigens sehr gut in (Outdoor-)Workshops erarbeiten lassen. Achten Sie von Anfang an darauf, regelmäßige Gespräche mit Ihren Azubis zu führen. Dazu gehört es, gut zuzuhören, Feedback zu geben und natürlich auch zuzulassen. Ein geeignetes Intervall für diesen Austausch sind während der Probezeit vier Wochen. Fragen Sie konkret und mit echtem Interesse nach was gut läuft und wo es besser gehen könnte. So erfahren Sie wirklich, was Ihre Auszubildenden bewegt, was ihnen gefällt und wo es Optimierungspotenzial gibt.

Kurz zusammengefasst halten wir also fest, dass ein wohlüberlegt aufgesetzter Onboarding-Prozess immens wichtig ist, um den vorzeitigen Ausbildungsabbruch zu vermeiden und von vornherein eine gute Verbindung zwischen Azubis und Ausbildern herzustellen.

Wie heißt es so schön: Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Punkten Sie deshalb direkt zu Anfang und gehen Sie damit einen großen Schritt in Richtung Mitarbeiterbindung.

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