Naturwälder: Die perfekten Lehrmeister für Unternehmen

Am Wochenende geht’s in den Wald – zum Wandern, Radeln oder Pilze sammeln. Willkommen in einem der erfolgreichsten Wirtschaftsunternehmen! Aber welches Naturprinzip macht den Wald seit über 350 Millionen Jahren so erfolgreich und was können Sie davon in Ihr Unternehmen übertragen?

Moderne wissenschaftliche Erkenntnisse geben uns die Antworten: Der Wald ist ein reales Labor, in dem es täglich um Anpassung, Krisenmanagement, Prozessoptimierung und Innovationsentwicklung geht. Das Ökosystem Wald ist somit der perfekte Lehrmeister für Unternehmen. Zahlreiche Prozesse lassen sich nahezu identisch abbilden und sind daher einleuchtender als jedes abstrakte Managementkonzept.

Bäume, Pflanzen und Pilze praktizieren in beeindruckender Weise Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft, Diversity-Management und strategische Partnerschaften. Durch Kommunikation und Kooperation, Symbiose und Nutzenstiftung wird dabei immer ein Mehrwert für die einzelnen Arten sowie für das gesamte Waldsystem geschaffen. In den Wäldern gibt es quasi für jedes Problem eine natürliche Lösung.

Ein Wurzelgeflecht von Beziehungen: Die Symbiose 4.0

Jüngste Forschungsberichte belegen, dass Mykorrhiza-Pilze in einer Symbiose mit Bäumen leben und ihre Wirte über ihr verzweigtes Wurzelgeflecht (Netzwerk) mit wichtigen Nährstoffen wie Stickstoff und Phosphor versorgen. Dadurch, dass sie die Wasserversorgung verbessern und die Krankheitserreger abfangen, steigern sie das Wachstum und die Stressresistenz der Bäume. Im Gegenzug geben die Bäume den während der Photosynthese produzierten Zucker an ihre Partner ab. Denn aufgrund des fehlenden Blattgrüns und damit auch fehlender Photosynthese, sind die Pilze selbst nicht zur Kohlenhydratproduktion fähig und daher von den Bäumen abhängig.

Die Mykorrhiza-Pilze sind zudem in der Lage, verschiedene Bäume untereinander zu vernetzen. Über dieses Netz versorgen sie alle beteiligten Bäume mit Stickstoff, Wasser und Kohlenstoff. Die größeren Bäume unterstützen mit den weitergegebenen Nährstoffen das Wachstum kleinerer, jüngerer Bäume. Durch die vielen gut versorgten Bäume bleibt der Wald somit als Ganzes erhalten und jeder einzelne Baum in seiner Existenz geschützt. Wer möchte dieses Ideal von Austausch und Kooperation nicht gerne auf seine Mitarbeiter übertragen?

Der Wald als Inspirationsquelle

Auf keinem Markt herrschen so harte Bedingungen wie in der Natur. Der permanente Anpassungs- und Konkurrenzdruck führt zu einem perfekten Energie- und Ressourcenmanagement, hochgradiger Spezialisierung und ausgeklügelten Überlebensstrategien.

Da nirgends so ökonomisch gedacht und gehandelt werden muss wie in der Tier- und Pflanzenwelt, lassen sich daraus wertvolle Hinweise für das betriebliche Ressourcenmanagement ableiten. Hinsichtlich aller Aktivitäten, die Ressourcen verbrauchen, wird eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufgestellt: Jede Jagd, jede Futtersuche, jeder Nestbau, jede Balz und jeder Erwerb zusätzlicher Fähigkeiten muss sich „rechnen”. Schließlich endet Verschwendung in der Natur meist tödlich.

Unternehmen, Organisationen und Teams weisen in ihrem Verhalten und ihrer Entwicklung erstaunliche Parallelen zu den beschriebenen Ökosystemen auf. Analog zu Ökosystemen, die die eigenen Ressourcen kontinuierlich erweitern, begründen ressourcenschöpfende Geschäftsmodelle Mehrwertkreisläufe, die das Unternehmen bei disruptiven Marktentwicklungen bestehen lassen. Erfolgreiche Unternehmen verlieren niemals das Ziel aus den Augen und sind jederzeit für alternative Lösungswege offen. Mit Flexibilität, Agilität und Improvisation kann jeder starre Strukturen einreißen und jede Menge Kreativität und Innovation freisetzen.

Kommunikation ist alles

Eine wichtige Erkenntnis: Ohne Kommunikation läuft im Wald gar nichts. Durch Wurzeln, Blüten, Blätter, Früchte und Tiere werden organische Substanzen über Luftströmung und Wasser verbreitet und dabei wichtige Botschaften übermittelt. Werden beispielsweise die Blätter der Pappeln von Fressfeinden attackiert, wird die Gerbsäureproduktion erhöht und ein bestimmter Duftstoff ausgedünstet. Dieser wirkt wie ein Angstschrei und setzt die Nachbarbäume in Alarmbereitschaft, die nun ebenfalls die Gerbsäure in den Blättern erhöhen. Damit werden sowohl weitere Fressfeinde abgeschreckt, wie auch wiederum andere Bäume gewarnt.

Überträgt man das Prinzip natürlicher Kommunikation in die Unternehmenswelt, so wird deutlich: Kommunikation wird dort zum Erfolgsfaktor, wo sie wahrhaftig und relevant ist. Wie sorgen Sie für einen reibungslosen Informationsfluss – nicht nur nach außen, sondern vor allem auch nach innen?

Die Parallelen von Natur und Wirtschaft nutzen

Die gegenwärtige Globalisierung unserer Arbeitswelt sowie das höchst dynamische und zunehmend volatile Umfeld, in dem wir uns bewegen, stellen Unternehmen, Organisationen und Teams vor ständig neue Herausforderungen. Das Verständnis ökosystemarer Prozesse ermöglicht uns auf besondere Weise das Erkennen von Zusammenhängen, neuen Chancen und fördert die Erarbeitung vorausschauender Strategien. Genau diese Systemzusammenhänge von Natur und Wirtschaft beleuchtet das von B.A.U.M. e.V. entwickelte Seminar „Wettbewerbsvorteil Wertschöpfungsnetzwerke“. Davon inspiriert haben wir viele Ideen für Sie und Ihr Unternehmen entwickelt. Für die ersten Erfahrungen im Ökosystem Wald berät Sie faszinatour Training Event Solutions daher gerne weiter. Nehmen Sie Kontakt zu uns und der Natur auf!

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